Vom 27.12.2025 bis zum 01.01.2026 war eine bunte Truppe des Bundes auf zünftiger Pachantenwallfahrt, diesmal in Oberfranken.

Es ist der 27. Dezember. Vollgegessen und übersättigt an Eindrücken von den Weihnachtstagen sitze ich im Auto und fahre in Richtung Frankenland. Für eben den heutigen Tag hatten wir die Jungen des Bundes zur Pachantenwallfahrt gerufen. „Kommt nach Burgkunstadt, in der katholischen Kirche am historischen Marktplatz findet ihr einen Zettel, wo wir Quartier gefunden haben.“ Als ich nachmittags in Burgkunstadt eintreffe, habe ich also noch ein paar Stunden Zeit ein warmes Quartier für die Nacht zu finden. Ich frage mich durch und finde schließlich auch den Pfarrer, der ganz unkompliziert den Kichenpfleger anruft und mich in das Pfarrheim lässt. Kaum drinnen, treffen auch schon zwei Jungen der Berliner Horte ein und wir können Einkaufen. Den Abend über füllt sich das Heim, bis schließlich die glorreiche elf vollständig ist. Es wird gesungen und gelacht, der Kirchenpfleger bringt noch einen Kasten „Helles“ vorbei und es wird eine kurze Nacht.

Leicht verkatert klettere ich um acht Uhr morgens aus dem Schlafsack und koche Kaffee. Wir frühstücken und räumen auf, um halb zehn ist Abmarsch. Draußen ist es kalt, -3 Grad und die Horde zieht hinab Richtung Main, dann über die Höhen im strahlenden Sonnenschein und wird auch zum Singen in das ein oder andere Gasthaus eingeladen. Gegen Abend erreichen wir nach 22 Kilometern die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen und werden nach einigem hin- und her von den Franziskanerbrüdern unter Pater Maximilian herzlich aufgenommen. Im Refektorium speisen wir zu Abend und sacken schon um 21.00 Uhr erschöpft in die Penntüten. Nach dem Frühstück ein Liedchen für den Pater und weiter geht es durch das eisig kalte Franken bis hinauf nach Kirschletten, wo uns der Pater schon beim Kloster Maria Frieden der Benediktinerinnen angekündigt hat. Die Mutter Oberin freut sich über jungen Besuch und weißt uns das Pilgererhaus zu. Bald schon werkelt der Kochtrupp in der Küche und es wird wieder ein kurzer Abend, die kälte sitzt noch in den Knochen.

Am nächsten Morgen ist alles weiß, es ist Schnee gefallen und während der Kochtrupp Eier brutzelt müssen vier Jungs für die Nonnen Schnee schippen. Bald danach Aufbruch hinab nach Zapfendorf und über den Main nach Rattelsdorf, wo wir mal wieder im Wirtshaus singen können. Über den Radweg geht es nun nach Norden bis nach Mürsbach. Über dem kleinen Dorf liegt eine riesige Kirchenanlage und wir kommen bei Pater Vincenz gut unter. Im warmen Pfarrsaal singen wir noch bis in die Nacht und lesen aus der Chronik vom Bauernkrieg. Nun ist also der letzte Tag des Jahres gekommen. Wir haben eine kurze Etappe vor uns, acht Kilometer bis nach Ebern, denn schließlich haben wir noch einiges vorzubereiten. Im Pfarrheim in der historischen Altstadt auch hier wieder der „Spontanüberfall“ und ein unkompliziertes Quartier vom Pfarrer im Pfarrheim. Wir kaufen für ein fürstliches Silvestermahl ein und der Kochtrupp setzt schon den Pudding für die Nacht an, während das „Kommando Feuerholz“ oberhalb der alten Kaserne einen Stoß für die Feierstunde errichtet.

Als wir zurück sind auf zum festlich gestalteten Jahresabschlussgottesdienst in der schönen Kirche und im Anschluss warnt uns der Pfarrer: „Spaziergänger haben euch fotografiert und die Polizei gerufen, die wollen euch um Mitternacht auf frischer Tat ertappen.“ Während also die anderen das Abendessen vollenden und die Tafel mit Tischdecken verkleiden eile ich mit zwei Jungen im Schutz der Dunkelheit hinauf und wir reißen den Feuerstoß ein, packen alles in die Rucksäcke und verlegen es auf eine versteckte Burgruine. Nach dem gelungenen Festmahl schließen wir mit unserer Abschlussrunde, bei dem jeder im Schein der Kerzen seinen eindrucksvollsten Fahrtenmoment erzählt und singen bis gegen 11, dann der Aufbruch im Fackelschein zur Ruine. Dort brennt unser Bundesfeuer und wir begrüßen das neue Jahr im Schnee mit einem lauten „Horridoh“. Wieder klingen unsere Lieder in die Nacht, bis das Feuer um zwei oder halb drei runter gebrannt ist und wir den Rückmarsch antreten. Erschöpft falle ich in meinen Schlafsack und für den Bund beginnt ein neues, wildes Jahr 2026. Schon um zehn Uhr des ersten Jahrestages trampen Atta und Neo nach Prag, da sie noch Ferien haben und der Bauhüttenführer will noch mit den Hannoveranern in den Harz. Was stehe ich doch einem lebendigen Bund vor, ich habe allen Grund dankbar zu sein..

Julian


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